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Juni 2016

Dem Glücklichen schlägt die Stunde

„Ich drehte viele Stunden schon so meine Runden“, können immer mehr Sportler von sich behaupten. Denn 24-Stunden-Wettkämpfe und verwandte Events steigen auf der Skala der Beliebtheit rasant. Der Spaß am Besonderen und das Gemeinschaftserlebnis motivieren Anfänger wie Ambitionierte dazu, mit Vergnügen im Stadion, Schwimmbad oder auf dem Asphalt sportliche Überstunden zu machen. Vielfältige Gelegenheiten gibt es in jedem Bundesland. Einige Highlights, die Lust auf laaange Wettkampftage und -nächte machen.

Tempo ist Silber, Durchhalten ist Gold

Die Grundidee des Stundenlaufs ist schnell erklärt: Wer in der angesetzten Zeit am meisten Meter macht, gewinnt. In der Regel wird der Stundenlauf in einem Stadion oder auf einem Rundkurs im Gelände absolviert – allein, zu zweit oder als Team. Einzelkämpfer sollten schon erfahrene Langstreckenläufer sein. Die allermeisten aber teilen sich die Strecke solidarisch auf und wechseln je nach Regeln oder nach Bedarf. So hat jeder mal kurz Pause zum Durchatmen, denn 6, 12 oder gar 24 Stunden können ja sehr lang sein …

Grillen, Glühwein, gute Stimmung

Viele Vereine laden zu mehreren Stundenläufen im Jahr ein. In Mecklenburg-Vorpommern etwa hat die Güstrower Sommer-Stundenlauf-Serie in den Heidbergen eine lange Tradition. Nach der Waldrunde und einem erfrischenden Bad im Inselsee werden die Ergebnisse bei einem Barbecue verkündet. In die Wertung fließen auch das Alter und Gewicht der Teilnehmer ein, um jedem die Chance auf einen der Wanderpokale zu geben. Statt mit Bier und Brause stößt man in Brandenburgs Landeshauptstadt mit Glühwein an: Der Potsdamer Lichterpaarlauf lockt alljährlich am Nikolaustag Laufbegeisterte ins Stadion Luftschiffhafen. Bei weihnachtlicher Musik läuft jedes Paar 30 oder 60 Minuten, nach jeder Runde wird gewechselt. Stimmungsvolles Flair erwartet auch die Teilnehmer der 24 Stunden von Bernau. Dieser 6- oder 24-Stunden-Lauf führt durch den Stadtpark vorbei an den mittelalterlichen Wallanlagen. Ganz Bernau scheint hier auf den Beinen, denn das Laufspektakel spricht nicht nur erprobte Ultraläufer an. Teamarbeit ist alljährlich Mitte Juni beim 24-Stunden-Burginsellauf im niedersächsischen Delmenhorst gefragt. Teams aus zwei bis zehn Läufern treten auf dem 1,2 Kilometer langen, gut ausgeleuchteten Park-Rundkurs gegeneinander an.

Charity-Gedanke spornt an

Viele der Stundenwettkämpfe sind Benefizveranstaltungen. Wer hier teilnimmt, tut gleich noch etwas Gutes. Beim Stuttgarter 24-Stunden-Lauf für Kinderrechte zum Beispiel laufen alljährlich mehr als 1.600 Läufer und über 30 Teams für benachteiligte Kinder. Motivationsspritze beim 24 h Charity Lauf Dresden ist der Spendenbetrag, der mit jeder gelaufenen Runde steigt und auf einem Großbildschirm angezeigt wird. In Bruchköbel nahe Frankfurt sammeln die Teilnehmer beim 24 Stunden Spenden Marathon im Indoor-Cycling Geld für einen guten Zweck.

Schrumpelige Finger garantiert

24-Stunden-Schwimmen gibt es in Schwimm- und Freibädern bundesweit – auch dank des Engagements des Deutschen Schwimm-Verbands (dsv). In Kooperation mit der Firma arena unterstützt der Verband Vereine bei der Organisation eines solchen Großevents. Während der 24 Stunden kann man so viel und oft schwimmen, wie man möchte, und auch beliebig viele Pausen machen. Wer es mal ausprobieren will, kann das 2016 unter anderem in Spremberg, Meiningen, Dormagen, Sindelfingen oder Brunsbüttel tun. 

12 Stunden und mehr im Sattel

Und Radfahrer? Auch für die gibt’s eine ganze Stange Stundenwettkämpfe. Kelheim zum Beispiel muss man einmal erlebt haben: Das traditionsreiche 24-Stunden-Rennen westlich von Regensburg hat schon Volksfestcharakter. Rund 1.000 Profisportler und Freizeitradler trotzen auf der 16,8-Kilometer-Runde mit 180 Höhenmetern der Müdigkeit, denn die Stimmung an der Strecke ist tags wie nachts grandios. Über Stock und Stein geht es beim 12-Stunden Mountainbike-Rennen im oberbayrischen Weilheim. Die Anwärter auf den Weltmeister liefern sich auf verschiedenen Mountainbikestrecken ein spannendes Rennen vor alpiner Kulisse. Wer sich zusammen mit vier Mitstreitern mal auf dem Stepperbike testen will, sollte nach Jüterbog fahren: Das 12-Stunden-Stepperbike-Rennen mit seinen tückischen Kurven und Steigungen ist das einzige Rennen dieser Art in Europa. Es muss aber nicht immer outdoor sein. In Bremen wird Anfang November die „Time Machine“ gestartet, eine sechsstündige Indoor-Cycling-Reise durch Raum, Zeit und Musikgeschichte.

Na dann: Viel Spaß und frohes Durchhalten!


Text: Dr. Katja Furthmann


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